Curriculum CMD interdisziplinär - Ganzheitliche Funktionsdiagnostik und -therapie

Curriculum CMD interdisziplinär - Ganzheitliche Funktionsdiagnostik und -therapie

Fr 19.01.2024 — Fr 28.06.2024
FOBI-CF-CMD
2401
3.650,00 €
6 Raten à 639,- €
ZA
84+15

Kursbeschreibung

In den letzten Jahren ist die Funktionsdiagnostik und -therapie anspruchsvoller geworden. Es gibt ein zunehmendes Verständnis, dass die Kiefergelenksposition und die damit verbundene Okklusion Einflüssen aus dem Körper unterliegen. Grundlage dieses Curriculums ist die Anatomie und die craniomandibulare Funktion, um die Craniomandibuläre Dysfunktion zu verstehen. Bereits zur Überlegung der Therapie sollten die Einflußfaktoren bewertet sein, um in die Therapieplanung mit einzufließen. In der Kursreihe werden die strukturellen, mentalen und viszeralen Einflüsse erläutert und Diagnosetechniken gezeigt und geübt. Die Einstellung der Kiefergelenke in die zentrische Kondylenposition unter Berücksichtigung der ermittelten Einflußfaktoren wird geübt.

Basiskurs CMD - Theorie und Diagnostik der Craniomandibulären Dysfunktion (Dr. A. Diehl)
Die systematische Funktionsdiagnostik der Craniomandibulären Dysfunktion wird, nach Wiederholung der Anatomie des Kiefergelenks und den umliegenden Strukturen, in Theorie und Praxis ausführlich dargestellt. Der Begriff Zentrik wird erläutert.
In diesem Zusammenhang erfolgt eine Einführung in die MRT-Diagnostik des Kiefergelenks.
Im Mittelpunkt des Workshops steht neben dem „Kurzscreening nach Ahlers und Jakstat“, CMD Screening der DGFDT, die Klinische Funktionsanalyse und die Manuelle Strukturanalyse.
Auf der Grundlage der Erfassungsformulare der Deutschen Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie „Untersuchungsbogen Funktionsstatus 2012“ und „Untersuchungsbogen Manuelle Strukturanalyse 2012“ werden alle Untersuchungen erläutert und deren Hintergrund erklärt.
Alle Teilnehmer üben am Kurspartner und unter erfahrener Anleitung sämtliche diagnostischen Handgriffe.
Der Kurs richtet sich an Einsteiger und Kollegen, die ihr Basiswissen zum Kiefergelenk und seiner Funktion erweitern möchten. Der Schwerpunkt liegt zunächst auf der Craniomandibulären Funktion, um die Craniomandibuläre Dysfunktion zu verstehen.

Therapie der CMD - Schienentherapie und adjuvante Therapien (Dr. A. Diehl, Dr. A. Wiemann)
Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie empfiehlt zur Behandlung der CMD nicht nur die Schienentherapie, sondern auch andere begleitende Maßnahmen im Rahmen der multidisziplinären Therapie.
Für die Therapie ist es entscheidend, ob es eine akute oder eine chronische CMD ist. Ziel der Therapie ist die Schmerzbeseitigung und die Optimierung der Unterkieferbewegungen.
Die Schienentherapie stellt die initiale zahnärztliche Standardmaßnahme dar. Okklusionsschienen haben sich klinisch bewährt und sind durch wissenschaftliche Untersuchungen anerkannt. Nicht jedes Knackgeräusch kann mit einer Schiene behandelt werden. Daher werden die Knackgeräusche wiederholt und die sich daraus ergebenen Verdachtsdiagnosen und Therapien besprochen. Kieferübungen werden demonstriert und zu den Diagnosen erläutert. Kieferorthopädische Behandlungsoptionen werden erläutert. In diesem Zusammenhang erfolgt eine Einführung in die MRT-Diagnostik des Kiefergelenks.
Die Therapie der chronischen CMD folgt anderen Gesetzmäßigkeiten. Hier gelten die Behandlungsgrundsätze für chronische Erkrankungen. Dieser Kurs gibt einen Überblick über die Unterschiede der akuten und der chronischen CMD und den entsprechenden Behandlungsgrundsätzen.
Die multidisziplinäre Therapie hat eine schnelle und hohe Effizienz, weil die strukturell-funktionellen Störungen an ihren verursachenden Einflüssen aufgelöst werden können.
Grundlage ist die aktuelle Wissenschaftliche Mitteilung der DGFDT zur Therapie der CMD. Intensiv wird auf die Dokumentations-, Aufklärungs- und Sorgfaltspflicht im Rahmen der Funktionsdiagnostik und -therapie eingegangen.

Ergänzende Funktionsdiagnostik: Instrumentelle Funktionsanalyse (Zebris JMA) und Modellanalyse (Dr. A. Diehl, F. Birkholz)
Die Instrumentelle Funktionsanalyse ergänzt die Kiefergelenksdiagnostik. Mit der Untersuchung können alle Bewegungsfreiheitsgrade des Unterkiefers erfasst werden. Zusammen mit der Modellanalyse ergeben sich weitere Informationen für die Therapieplanung.
Die dynamische Aufzeichnung visualisiert die Dysfunktion und dient der Dokumentation des Erstbefundes. Die Vermessung sollte begleitend zur Klinischen Funktionsanalyse als Verlaufskontrolle und zur Abschlussuntersuchung nach dem Einsetzen des Zahnersatzes zur Dokumentation durchgeführt werden.
Die Modellanalyse gibt Hinweise auf die horizontale Okklusalebene und die Speekurve; beide Parameter sollten im Rahmen einer funktionellen Rehabilitation optimiert werden. Dabei muß geprüft werden, inwiefern patientenindividuelle Einflußfaktoren bei der Gestaltung des Zahnersatzes zu berücksichtigen sind.
Nach erfolgter Auswertung wird ein Therapieplan aufgestellt. Therapieoptionen sind Snap-on-Schienen, Okklusionsschienen, Langzeitprovisorien und die Planung des definitiven Zahnersatzes.

Ganzheitliche CMD und strukturelle Einflüsse (Dr. A. Diehl, Dr. U. Janenz, M. Germer, K. Dams, S. Wedekind)
In diesem Kurs liegt der Schwerpunkt auf den strukturellen Einflüssen. Der menschliche Organismus funktioniert nach Bewegungs- und Haltungsmustern, an denen der gesamte Organismus beteiligt ist. Aus der Anamnese ergeben sich die Restriktionen u.a. ausgehend von operativen Eingriffen, Unfällen und Schwangerschaften.
Schwerpunkt ist die topographische Anatomie und die Faszien. Faszien sind ein omnipräsentes bindegewebiges Netzwerk, das den Körper räumlich organisiert, stützt, formt und zusammenhält, um die erstrebenswerten biologischen Prinzipien von Gleichgewicht, Komfort und Ökonomie zu erreichen.
Das Nackenrezeptorfeld - auch subokzipitales Sinnesfeld genannt - vermittelt dem Hirnstamm die Relativstellung zwischen Kopf und Rumpf. Es zeichnet sich durch eine hohe Dichte an Rezeptoren aus. An der Propriozeption sind die Tiefensensibilität, sowie das Vestibularis-Organ beteiligt. Die „cerviko-trigeminale Konvergenz“ ist die neuronale Verschaltung von Kiefergelenk und Halswirbelsäule und die anatomische Verbindung.
Narben und Restriktionen können im Sinne eines aszendierenden Einflusses die Kieferposition beeinflussen. Es ist dann zu eruieren, inwieweit es möglich ist diese Einflüsse zu neutralisieren oder ob die so bedingte habituelle Kieferposition akzeptiert werden sollte. Es gibt auch deszendierende Einflüsse. Es ist weithin bekannt, dass z.B. nach Entfernung der Weisheitszähne oder bei einer dysfunktionalen Okklusion eine CMD auftreten kann, welche deszendierende Symptome hervorrufen kann.
Katja Dams referiert das Thema Fasziale Ketten, Dr. Uta Janenz referiert zum Nackenrezeptorfeld und zur orthopädischen Diagnostik und Therapie; Sara Wedekind zu den Grundprinzipen der Osteopathie, Marco Germer zur Chiropraktik und Dr. Andrea Diehl zum Thema Einflussfaktor Okklusion und Körperhaltung.

Die zentrische Kondylenposition - Manuelle Einstellung der Kiefergelenke in Zentrik
Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) definiert die zentrische Kondylenposition als cranio-ventrale, nicht seitenverschobene Position beider Kondylen bei physiologischer Belastung der beteiligten Gewebestrukturen.
Die Funktion eines Gelenks ist in erster Linie die Bewegung und Ausführung komplexer Bewegungsabläufe. Hierzu ist ein Zusammenspiel der muskulären, ligamentären und ossären Anteile des Gelenkes erforderlich. Die Bewegungsmuster, auch Bewegungsstereotyp genannt, sind Bewegungsabläufe, denen eine algorithmische Muskelaktivierung zugrunde liegt. Pathologische Bewegungsabläufe weichen davon ab. Die Bewegungen des Unterkiefers sind Kieferöffnung, Kieferschluss, Protrusion, Laterotrusion, die maximale Bewegungskapazität wurde von Posselt anhand der Grenzbewegung des unteren Inzisalpunktes beschrieben.
Die Positionierung der Kiefergelenke in die zentrische Kondylenposition wird in diesem Kurs gezeigt. Mittels Akupunktur und manueller und osteopathischer Techniken werden die Kiefergelenke in die zentrische Position bewegt. Bei diagnostizierter Diskrepanz zwischen zentrischer und habitueller Okklusion wird gezeigt, wie die Zentrik stabilisiert werden kann, z. B. durch Snap-on-Schienen, Tabletops oder Einschleifen. Die Therapie wird durch Kieferübungen unterstützt.

Ganzheitliche CMD und mentale Einflüsse (Dr. A. Diehl, Dr. W. Nickel, S. Kleinschmidt)
Die Anamnese und die Aufklärung über das Krankheitsbild und die Therapieoptionen der CMD sind beim Gespräch mit dem Patienten sehr wichtig. Insbesondere bekommt die Aufklärung über das Krankheitsbild CMD mehr Aufmerksamkeit.
Die Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie (DGFDT) empfiehlt ein Psychosoziales Screening, darunter werden Tests auf psychische Co-Faktoren durchgeführt. Sie bieten eine Möglichkeit der Sensibilisierung für patientenspezifische Probleme im Rahmen der Primärdiagnostik. Dabei werden Screenings zur Beschwerdediagnostik und auf Psychosoziale Einflussfaktoren unterschieden. Zu beiden Bereichen werden die von der DGFDT empfohlenen Fragebögen vorgestellt und erläutert. Ferner wird der Anamnesebogen nach „Türp und Marinello“ vorgestellt.
Es werden die Unterschiede von Stress und Trauma mit ihren Symptomen aufgezeigt. Die stressbedingte CMD wird anders therapiert, als die traumaassoziierte CMD. Die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zeigt häufig chronische Verspannungen der Muskulatur und Nackenschmerzen. Das Krankheitsbild wird erörtert und es werden Therapieoptionen aufgezeigt.
Es gibt einen praktischen Übungstag mit Susanne Kleinschmidt, die Techniken aus dem Yoga und Körpertherapie vorstellt. Dr. Nickel referiert über den Zusammenhang zwischen Emotionen und Körperspannung sowie Möglichkeiten der Emotionsregulation und Dr. Andrea Diehl zu Diagnostik, Screenings und Dokumentation im Rahmen der CMD Behandlung.

Ganzheitliche CMD und viszerale Einflüsse (Dr. A. Diehl, B. Conte, P. Lehman)
Die Therapie der chronischen CMD unterliegt den Behandlungsgrundsätzen für chronische Erkrankungen. Patienten mit chronischer CMD weisen mindestens ein weiteres Beschwerdebild auf.
Auch die Ernährung und die Verdauung hat einen Einfluss auf die Körperhaltung. Übergewicht, Nahrungsmittelallergie oder eine Darmdysbiose verändern die Körperhaltung und können somit die Kiefergelenkposition beeinflussen. Daher kann eine Darmsanierung oder die Aufdeckung einer Nahrungsmittelunverträglichkeit, als adjuvante Therapie, eine Unterstützung bei der Schmerztherapie sein. Die Applied Kinesiology bietet die Möglichkeit, einen Hinweis auf eine Darmdysbiose oder eine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglicheit zu erhalten.
In diesem Kurs erfolgt Wiederholung und Zusammenführung der Schulmedizin und der Komplementärmedizin zu einem erfolgreichen Diagnostik- und Therapiekonzept. Im Vordergrund steht die Entwicklung eines erfolgreichen individuellen Behandlungskonzeptes zur Wiederherstellung der craniomandibulären Funktion.
Es wird die Bioresonanztherapie von Birgit Conte erläutert und demonstriert; Petra Lehmann präsentiert die Klangschalenmassage.

Kollegiales Abschlussgespräch (Dr. Diehl)

Übergabe der Zertifikate

Das Curriculum findet als Präsenzveranstaltung statt. In Einzelfällen kann nach Absprache mit der Referentin eine Onlineteilnahme möglich sein.
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