Therapeutische Möglichkeiten und ihre Grenzen
Geräusche im Kiefergelenk als alleiniger Befund ohne pathologische Bedeutung bedürfen keiner Therapie. Schmerzfreie Kiefergelenkgeräusche weisen nicht auf vorhersehbare zukünftige Funktionseinschänkungen des Kiefergelenkes hin. Wird das Kiefergelenkknacken mit Schmerzen und Blockaden begleitet, besteht Behandlungsbedarf. Eine aussagekräftige Diagnostik des Kiefergelenkknackens ist Voraussetzung für die Einschätzung der therapeutischen Möglichkeiten und ob eine Therapie erfolgreich sein kann. Mit der Befundung des Kiefergelenkknackens sollten Aussagen möglich sein über das Ausmaß der sagittalen und transversalen Diskusverlagerung, dem Repositionszeitpunkt, der Form des Diskus, der Konvexität der Pars posterior des Diskus, der Form des Kondylus und der Steilheit der Gelenkbahn. Zumeist können diese Befunde mit dem Untersuchungsprotokoll der manuellen Strukturanalyse nach Bumann ermittelt werden. Eine zusätzliche MRT-Diagnostik ist möglich, in den meisten Fällen aber nicht zwingend erforderlich.Zu beurteilen bleibt, ob eine knackfreie therapeutische Unterkieferposition ermittelt werden kann, die realistisch umsetzbar ist und die Prognose hat, stabil zu bleiben und langfristig das Knackphänomen behebt. Nicht realistisch sind weit protrusiv eingestellte Unterkieferpositionen, die nicht komfortabel sind und auch nicht stabil bleiben. Ziel der Therapie ist eine knackfreie Unterkieferbewegung möglichst aus der ursprünglich habituellen Okklusionsposition.
Foto: proDente e. V.
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