Diagnostik, Planung, Therapie – Grundlagen

Diagnostik, Planung, Therapie – Grundlagen

Berlin

Fr 15.03.2024 — Sa 16.03.2024
FOBI-KFO-Diagnostik
2401
785,00 €
ZA
8+1+8+1

Kursbeschreibung

Inhalt und Zielsetzung
Eine kieferorthopädische Behandlung setzt umfassendes medizinisches und zahnmedizinisches Wissen voraus, wodurch diagnostische Unterlagen erst interpretierbar werden. Durch die Anwendung adäquater Analysen kann eine effiziente Behandlungsplanung und Therapie erfolgen. Schwerpunkte liegen auf dem Kennenlernen und der klinischen Anwendung der Individualisierten Kephalometrischen Hasund-Analyse mit fließenden Normen und leitenden Variablen.

Diagnostik
Die vollständigen kieferorthopädischen Planungsunterlagen umfassen:
Anamnese, Funktionsstatus, Röntgenaufnahmen (OPT, FRS), Kiefermodelle und Photostataufnahmen, sowie weitere Unterlagen im Einzelfall.
Die Individualisierte Kephalometrie nach Hasund ist dabei ein unverzichtbarer Schlüssel zum Verständnis des jeweiligen Charakters der Malokklusion unserer Patienten und gibt Aufschluss über:

Klassifikation des Gesichtstyps

retrognath, orthognath, prognath

Basaler Trend der Anomalie

vertikal (offen, neutral, tief)
sagittal (distal, neutral, mesial)

Wachstumsprognose

evidenzbasiert auf Implantatstudien:

morphologische Merkmale zur Rotation und Translation der Mandibula

UK-Frontzahnstellungsanalyse

Beurteilung der Ist-Position

Prognose der Soll-Position

zusammen mit den Platzverhältnissen aus der Modellanalyse (ggf. mit Stützzonenprognose) gibt sie Sicherheit für die Entscheidung zwischen Ex- oder NonEx-Therapie

Analyse für gnathische Chirurgie

Für die Frage, ob eine konservative KFO-Behandlung oder eine Kombinationstherapie mit gnathischer Chirurgie indiziert ist, werden klare Grenzen aufgezeigt, beruhend auf Vorgaben der Natur (Spannbreiten in sagittaler (ANB-Winkel) und vertikaler (Index) Relation

Planung
Adäquate Analysen werden als Grundlage für die Behandlungsplanung herangezogen. Sie tragen wesentlich zur sicheren Durchführung und Optimierung der Behandlung bei. Unverzichtbar ist auch die fortlaufende Diagnostik. Sie hat nicht nur forensische Bedeutung, sondern ermöglicht bei unplanmäßigen Verläufen ein gezieltes Eingreifen, um die Behandlung durch geeignete Maßnahmen wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Bereits beim Behandlungsbeginn können Retention und Langzeitstabilität geplant bzw. prognostiziert werden.
Nachuntersuchungen belegen retrospektiv die Treffsicherheit der vorgestellten diagnostischen Analysen.

Therapie
Die Wahl der Apparaturen ergibt sich aus den individuellen Behandlungsaufgaben und den biomechanischen Anforderungen in transversaler, vertikaler und sagittaler Relation. Als Beispiel seien Indikation versus Kontraindikation funktionskieferorthopädischer Geräte genannt. Leitlinien geben hier die zu erwartende Wachstumsrichtung und Translation der Mandibula. Bei festsitzender Straight-Wire Apparatur nach Hasund können, je nach Charakter der Malokklusion, beim Einsetzen der Apparatur bereits Sonderklebungen/Positionierungen von Brackets und Bändern vorgenommen werden. Zur Vermeidung resp. Kompensation unerwünschter vertikaler Nebenwirkungen werden oft individuelle Biegungen erforderlich. Bei tiefer Konfiguration hat sich der Vikingerbogen bewährt.
Die akribische Beachtung vieler Aspekte trägt zum Behandlungserfolg bei, wie umgekehrt aus deren Nichtbeachtung eine verlängerte Behandlungszeit oder eine Fehlbehandlung resultieren können.

An typischen Fallbeispielen wird das strukturierte Vorgehen dargestellt, gemeinsam geübt und diskutiert.

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